Quelle: Allgemeine Zeitung Uelzen, 5. September 2004

Gut gemeint und schlecht gedacht?

Vom Kampf um Fördergelder

“Region Ziel-1-Gebiet” (AZ vom 27. August) und “Autobahn A39” (AZ-Berichterstattung) — Arnim Brandes, Böddenstedt (per E-Mail):

Was möchte uns dieser Artikel mitteilen? “Es gibt Anzeichen”, sagt Herr Hillmer vorsichtig, “dass es uns bald so schlecht geht und wir dafür die höchste Förderstufe erhalten könnten.” “Dazu müssen wir aber noch viele Steine aus dem Weg räumen”, so Frau Kämpfer.

“Ein bitterer Beigeschmack”, laut Herrn Hillmer. “Der Landkreis Harburg zieht uns runter”, wieder Frau Kämpfer. “Und außerdem ist es schon seit zehn Jahren so”, jetzt Herr Elster. Also, da es seit zehn Jahren nicht mehr schlechter wird, müssen wir noch viele Steine aus dem Weg räumen, damit es uns so schlecht geht und der Kreis Harburg uns nicht mehr tiefer ziehen kann. Denn immerhin haben wir dann endlich Fördergelder.

Ist es heute die einzige Idee, die bleibt, nämlich möglichst viele Fördergelder, egal woher, zu bekommen? Wo bitte sind die innovativen Neuerungen, mutmachende Perspektiven anstelle des einfallslosen Pessimismus? Oder dient das Schlecht-Reden nur zum Ablenken von der eigenen Einfallslosigkeit? Ach ja, das Allheilmittel eines Politikers: Die A 39, koste es, was es wolle. Damit nicht der Landkreis Uelzen und mit ihm ganz Nord-Ost-Niedersachsen untergehen.

Letztlich aber festigt sich der fade Geschmack trotz dieser so rettenden Perspektive: “Wo bleibt das Positive? Ja, weiß der Teufel, wo das bleibt.”

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