Quelle: Aller-Zeitung, 26. August 2004

“Wir werden die A39 verhindern”

Brome (tru). 150 Zuhörer bei der Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative Bromer Land gegen die A39 zeigten: Das Thema bewegt die Gemüter. Es kamen deutlich mehr, als die Veranstalter um Frank-Markus Warnecke aus Brome zu hoffen gewagt hatten. Wirklich ausgewogen waren die Infos zwar nicht, aber auch Befürworter der Autobahn wurden angehört.

Auch wenn Jakob Drees, der für die Grünen im Zweckverband Großraum Braunschweig sitzt und Vorsitzender des Naturschutzbundes Isenhagener Land ist, eingangs gesagt hatte: „Wir wollen informieren, nicht polarisieren“, war der emotionale Tenor eindeutig: Autobahn zerstört Landschaft, Autobahn schwächt ländliche Regionen und stärkt städtische Zentren, Autobahn holt mehr Verkehr, aber keine Arbeitsplätze.

Und so war die Aussage von Eckehard Niemann, Sprecher des Dachverbandes der Bürgerinitiativen gegen die A39, nicht verwunderlich: „Ich bin sicher, wir werden diese irrsinnige Nonsense-Autobahn verhindern.“ Seine Begründung: „Der Bundesverkehrswegeplan ist hoffnungslos unterfinanziert, und es gibt sinnvollere Projekte.“

Er sei nicht grundsätzlich gegen Autobahnen, aber diese sei überflüssig, meinte Drees. „Wenn die vorhandenen Verkehrswege ausgebaut werden, reicht das.“ Also dreispuriger Ausbau der B4 plus Ortsumgehungen. „Der Ausbau der B4 würde ein Fünftel der Baukosten von einer Milliarde Euro für die A39 verursachen“, stellte Niemann eine Zahl in den Raum. Seine Aussage, der A39 würden alle Pläne für Ortsumgehungen geopfert, korrigierte Bromes Bürgermeister Adolf Bannier sofort: „Zwischen der A39 und der Ortsumgehung Brome besteht kein unmittelbarer Zusammenhang. Die Ortsumgehung kommt.“

Auch der Aspekt Landwirtschaft wurde beleuchtet, Juliane Haufe vom Dachverband der Bürgerinitiativen hat selber einen großen Hof: „Es gibt ein Flurbereinigungsverfahren.“ Die finanzielle Entschädigung tat sie als Augenwischerei ab, „zumal Landwirte für die von ihnen bewirtschafteten Pachtflächen, die oft größer als die eigenen Flächen sind, nicht mal Ausgleich bekommen“.

Gifhorn

www.aller-zeitung.de