Quelle: Volksstimme, 25. August 2004

B 190n: Anschluss an den Großraum Berlin angepeilt

Untersuchungsraum steht fest – Möglicher Straßenverlauf frühestens im Oktober 2006 bekannt

Von Holger Thiel

Magdeburg. Im Westen die A 39, im Osten die A 24: Rund 130 Kilometer könnte die geplante B 190n messen, die mehr als nur ein Querverbinder mitten durch die Altmark werden soll. Die neue Bundesstraße soll die Region mit dem Großraum Berlin verbinden. Der Brückenschlag bei Havelberg ist dafür ein Muss, betont Eberhard Arndt, Referatsleiter Straßenbau im Landes-Verkehrsministerium.

So könnte die mobile Zukunft aussehen: In Niedersachsen bei Wittingen von der A 39 auf die B 190n, an Salzwedel vorbei weiter vierspurig bis zur A 14. Dann bei Seehausen oder Osterburg zweispurig auf der B 190n Richtung Havelberg. Nördlich von der Domstadt über die Elbe und weiter bis zum Autobahn-Anschluss Neuruppin der A 24. Doch noch ist das Zukunftsmusik. Derzeit ermitteln Verkehrsexperten aus drei Bundesländern die zu erwartenden Verkehrsströme auf einer solchen Bundesstraße. Der Untersuchungskorridor schlängelt sich an Naturschutzgebieten vorbei und auch quer durch die Wische, die mit ihrem hohen Grundwasserstand schon jetzt für Schweißperlen auf den Stirnen der Straßenbau-Planer sorgt. Ende 2004 sollen die Ergebnisse auf dem Tisch liegen. Im April 2006 soll das Raumordnungsverfahren für die B 190n beginnen und sechs Monate später abgeschlossen sein. Dann erst werde die genaue Linienführung B 190n bestimmt – durch das Bundesverkehrsministerium, schildert Arndt. Geht alles glatt, könnten 2010 die eigentlichen Bauarbeiten beginnen. Mit zwei bis drei Jahren Versatz zur Nordverlängerung der A 14, dessen Projekt noch mit dem bis zum Jahresende geltenden Beschleunigungsgesetz zur Verkehrswegeplanung erarbeitet wird.

Ob alles glatt geht, ist offen. Die Elbebrücke bei Havelberg ist problematisch. Nicht nur wegen der romantischen Natur, sondern auch wegen den hohen Baukosten. Die Havelberger hoffen schon lange auf diesen Brückenschlag. Bereits 1993 zeichneten sie in ihrem Flächennutzungsplan den Korridor für die B 190n einschließlich Brücke ein. “Wir brauchen diese Brücke, wenn wir die Region Altmark erschließen wollen”, macht Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski unmissverständlich deutlich.

Doch es gibt auch andere Signale. Und die sagen: Verzicht auf eine weitere Brücke zwischen Wittenberge und Tangermünde. Die B 190n soll stattdessen an der verlängerten A 14 enden und der Verkehr über Wittenberge auf der B 189 nach Perleberg und Wittstock Richtung Berlin weitergeleitet werden. Für Arndt wäre dies eine “Katastrophe für die H-Variante”. Die Brandenburger bauen indes eine Ortsumgehung nach der anderen entlang der B 189.

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