Quelle: Allgemeine Zeitung Uelzen, 11. August 2004

“Gegenwind aus Hannover”

Autobahn-Bau: CDU-Abgeordnete skeptisch / Der Einsatz der Wirtschaft

kr Uelzen. Die Reihen der Autobahn-Befürworter beginnen sich offenbar zu lichten. Sie bröckeln sogar dort, wo bislang am nachhaltigsten die Pro-Argumente zusammengetragen worden waren. In CDU-Kreisen. Inzwischen besteht selbst unter christdemokratischen Bundestagsabgeordneten nicht mehr einhelliger Konsens über den Bau der Autobahn. Uelzen sei verkehrstechnisch gut ausgestattet, sagt etwa MdB Klaus Brähmig. Und der Uelzener CDU-Abgeordnete Klaus-Jürgen Hedrich wittert Gegenbewegungen aus der unionsgeführten Landesregierung. Hedrich selbst will jetzt im Verbund mit der Wirtschaft der Region der Fernstraße Vorschub leisten. Der Uelzener Abgeordnete: “Zum Teil soll die Autobahn A 39 privat finanziert werden.”

Die Ansicht, Uelzen sei auch jetzt schon mit guter Infrastruktur versehen, wurde nicht von irgendwem geäußert, sondern vom tourismuspolitischen Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Klaus Brähmig. Der Politiker aus der sächsischen Schweiz, im Rahmen eines so genannten Fremdenverkehrsgesprächs, zu dem Hedrich in den Hundertwasser-Bahnhof eingeladen hatte: “Uelzen ist auf Straße und Schienenweg hervorragend zu erreichen.” Allenfalls müsse noch, wie Brähmig vor Verwaltungchefs und Kommunalpolitikern erklärte, vor Ort an der weiteren Straßen-Verästelung “auf Kreis und Gemeinde-Ebene gearbeitet" werden, mehr aber eher nicht. Meinungen allerdings, mit denen Brähmig allein auf weiter Flur stand. Uelzens Erster Stadtrat Artur Riggert: “Höchstens auf dem Schienenweg sind wir gut zu erreichen. Für viele Autofahrer aber liegen wir zu weit ab.”

Ungemach drohe der geplanten Autobahn akut zudem durch die Landesregierung, mutmaßte Hedrich. Obwohl die Trasse erst kürzlich ins Auftragsbuch der Bundesregierung gehoben wurde, in den Bundesverkehrswegeplan, und sie in Niedersachsen in der Tabelle der wichtigsten Projekte auf Platz eins gesetzt worden war, stehe sie jetzt in Konkurrenz zur Küstenautobahn A 20. Hedrich: “Wenn es den A-22-Befürwortern tatsächlich gelingt, dass Teile der Strecke privat finanziert werden, dann geraten wir hier in Uelzen ins Hintertreffen.”

Er, Hedrich, wolle sich jetzt dafür stark machen, dass auch die Autobahn Lüneburg-Wolfsburg mit Finanzspritzen aus der Wirtschaft auf den Weg gebracht werde. Hedrich: “Zumindest die Planungskosten wollen wir zum Teil vorfinanzieren.” Nicht das erste Mal, dass mit einer solchen Aktion eine Autobahn vorangetrieben würde. Die Emsland-Strecke geht auf ähnliche Verbindungen zurück.

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