Quelle: Volksstimme, 15. Juli 2004

Ministerium treibt Planungen für neue Bundesstraße voran

Gemeinden werden um Stellungnahmen zu B 190n gebeten

Von Torsten Adam

Salzwedel - Parallel zu den Planungen der Autobahn-Verlängerungen von A 14 und A 39 sondiert das Landesverkehrsministerium derzeit auch den Trassenverlauf der “Hosenträger-Querspange”, der B 190n. Spätestens in dieser Woche sollen die betroffenen Kommunen ihre Stellungnahmen abgegeben haben.

Involviert in die Planungen für die neue Bundesstraße sind alle Träger öffentlicher Belange, wie etwa Gemeinden, Landkreise oder Naturschutzbehörden. Es gibt mehrere Varianten einer möglichen Streckenführung in einem bestimmten Untersuchungskorridor. “Die bis jetzt eingezeichnetenVerläufe haben aber keinen verbindlichen Charakter, sondern stellen lediglich ein Diskussionsangebot dar, das die Trassenfindung erleichtern soll”, erläuterte Ministeriumssprecher Harald Kreibich auf Volksstimme-Nachfrage.

Bei der Erarbeitung dieser Vorschläge seien der Einfachheit halber zunächst nur ökologische Aspekte berücksichtigt worden. Das heißt, die angebotenen Strecken wären mit den geringsten Umweltauswirkungen verbunden. “Andere Aspekte, zum Beispiel städtebauliche, raumordnerische und wirtschaftliche, die spätestens bei der Erarbeitung konkreter Trassenvorschläge und einer Vorzugsvariante berücksichtigt werden, haben noch keine maßgebliche Rolle gespielt”, ergänzte Kreibich.

Für diese Vorgehensweise gebe es zwei Hauptgründe: Zum einen die Kostenfrage. “Es würde an Steuergeldverschwendung grenzen, wenn mit erheblichem finanziellem Aufwand eine Diskussionsgrundlage erarbeitet wird, die erfahrungsgemäß später in vielen Punkten verändert wird”, sagte der Pressesprecher des Landesverkehrsministeriums. Zum anderen lege das Land großen Wert auf die Akzeptanz des Projekts und möchte die gewollte Diskussion über die beste Lösung nicht mit ausformulierten Vorgaben belasten und somit den Eindruck entstehen lassen, es sei schon alles beschlossene Sache.

Wie die Karte verdeutlicht, ist im Bereich Salzwedel sowohl eine Streckenführung nördlich an der Kreisstadt vorbei als auch südlich denkbar. Ebenso nicht ausgeschlossen ist eine direkte Straßenverbindung zwischen Stendal und Salzwedel, analog der Bahnlinie.

Die Untersuchungen hinsichtlich des Verkehrsaufkommens auf der neuen Bundesstraße laufen noch. Mit ersten Ergebnissen sei im September zu rechnen, teilt Kreibich mit.

Im neuen Bundesverkehrswegeplan ist die B 190n im vordringlichen Bedarf eingestuft. Für den Bau der knapp 100 Kilometer langen Trasse auf sachsen-anhaltischem Gebiet kalkuliert der Bund mit Kosten von 266 Millionen Euro.

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