Quelle: Der Prignitzer, 13. Juli 2004

Vorzugsvariante soll entkräftet werden

Seit gestern liegen die A 14-Unterlagen aus

Wittenberge Seit gestern liegen die Raumordnungsunterlagen für den Bau der A 14 im Rathaus Wittenberge zur öffentlichen Einsichtnahme aus.

Am Morgen kam das Fernsehen und einige Bürger, die sehen wollten, wie betroffen sie vom Verlauf wären, berichtet Bauplaner Jürgen Buck, in dessen Büro die neun Ordner mit den Ergebnissen der Raumverträglichkeitsstudie für den Brandenburger Abschnitt der A 14 stehen.

Wie nicht anders zu erwarten, weisen die Unterlagen die Variante W 3.2 als Vorzugsvariante aus. Das wäre der Vorschlag des Autobahnamtes, der zunächst die Trasse der B 189 nutzt, die Bundesstraße dann aber stadtwärts verlegt werden würde.

Arbeitsgruppe trägt Argumente zusammen

Heute wird eine eigens gebildete Arbeitsgruppe der Stadt tagen, die einen Standpunkt für die Sonder-Stadtverordnetenversammlung am 28. Juli vorbereiten wird. In einem sind sich die Verfasser einig: Die jetzt geäußerten Vorwürfe, man habe sich in Wittenberge nicht rechtzeitig gekümmert, sind haltlos. Bauamtsleiter Ulrich Siodla erinnert sich an die zahlreichen Hinweise, Schreiben und Verlangen, als Stadt rechtzeitig in das Verfahren einbezogen zu werden, die dann aber mit dem Hinweis abgewiesen wurden, die Stadt werde im Raumordnungsverfahren die Gelegenheit als Träger öffentlicher Belange bekommen. "Und jetzt liefert man uns eine Vorzugsvariante, die am schlechtesten für die Stadt ist", sagt Siodla. Als Gegner der Autobahn hinstellen und erpressen lassen werde man sich nicht mit dem Argument "so oder garnichts", denn es gebe ja andere Möglichkeiten. Und zwar eine, die von der Stadt favorisiert worden war und erst hinter der Deponie die Elbe quert, sie wäre gerade mal an der Scheidelinie zum FFH-Gebiet. Eine andere, die W 3.1, die am Krähenfuß und hinter dem Gewerbegebiet entlang führen würde. Aber man ist aus Sachsen-Anhalt, wo das Raumordnungsverfahren schon abgeschlossen ist, schon nur mit dem einen Kreuzungspunkt für die Elbe direkt an der B 189 gekommen. "Wir haben oft genug darauf hingewiesen, in die länderübergreifende Koordinierung mit einbezogen zu werden", sagt Siodla. "Wir werden jetzt alle Argumente zusammentragen, um das eine Umweltargument, das für die Variante 3.2 spricht, sie sei die umweltverträglichste, zu entkräften."

Und das sieht zunächst einfach aus, denn die Unterlagen sagen es selbst aus, dass Kosten, städtebauliche Kriterien raumordnerische Wirkung und straßenbauliche Parameter für die stadtferne Variante sprechen.

Naturschutz steht vor Schutzgut Menschen

Aber wie im Autobahnamt der Umweltaspekt bewertet wird, zeigt die Begründung für die Vorzugsvariante. "Aufgrund des übergeordneten gemeinschaftlichen Interesses zur Sicherung des Netzes Natura 2000 wird die Variante W 3.2 ... als Vorzugslösung gewählt", heißt es da.

Die Unterlagen liegen bis zum 12. August im Bauamt der Stadt, Zimmer 53, zur Einsicht aus. Anregungen und Bedenken sind spätestens zwei Wochen danach zu äußern.

Um die Möglichkeiten zur Beurteilung zu erweitern, bietet auch der BUND-Kreisverband in seinen Räumlichkeiten im ESV-Sportlerheim, Breeser Straße 2 (gegenüber dem Raw) Einsichtnahme in die Unterlagen an: und zwar an den Sonnabenden, 17., 23. und 30. Juli sowie am 6. August, jeweils von 14 bis 18 Uhr. Rainer Dyk

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