Quelle: Allgemeine Zeitung Uelzen, 26. Juni 2004

“Die A 39 ist die Lösung”

Bürgermeister der Samtgemeinde Bodenteich und aus Wieren unterstützen Planungen

ge Bad Bodenteich. Sie brauchten nur den Fuß vor die Tür des Rathauses setzen, dann spürten sie das Problem fast “handgreiflich”: jede Menge Schwerlaster, die sich durch Bad Bodenteich in Richtung Wittingen/Wolfsburg und umgekehrt wälzen. “Die A 39 ist die Lösung” stellen sich Bodenteichs Samtgemeindebürgermeister Rainer Kölling, und die Bürgermeister Claus-Dieter Reese ( Flecken), Eberhard Siemeke (Lüder), Heinrich Prange (Soltendieck) und Peter Meyer (Gemeinde Wieren) bei einem Gespräch im Rathaus hinter die Planungen für eine Autobahn, wie das auch der Kreisausschuss des Kreistages Ende April in einer Stellungnahme bestätigt hatte.

Die Autobahn als Lösung – genau das wird von Autobahn-Gegnern bestritten. Eckehard Niemann, Sprecher des Dachverbandes der Bürgerinitiativen gegen die A39: “Die A39 wird die Hoffnung jener Kommunen, die an der B4 liegen und sich durch die A39 eine verkehrliche Entlastung versprechen, nicht erfüllen können. Im Gegenteil: Die meisten betroffenen Ortschaften bekämen bei einem Bau der A39 keine Ortsumgehungen mehr, wiewohl das Verkehrsaufkommen auf der B4 weiterhin erheblich wäre, zumal die zu erwartende Mautgebühr die B4 gegenüber der Autobahn zunehmend attraktiv macht.” Zudem verzögere die “lähmende Debatte um die A39” (Niemann) aber jetzt schon erhebliche Investitionen wegen der dadurch geschaffenen Unsicherheiten.

Bodenteichs Bürgermeister Reese freilich hält den Ausbau der Bundesstraße 4 für den falschen Weg. Schließlich würde seiner Meinung nach für einen vierspurigen Ausbau am Ende genauso viel Landschaft verbraucht wie für eine Autobahn, die vielen notwendigen Ortsumgehungen, die gebaut werden müssten (“die B4 wird zum Pinkelbogen”, so Reese drastisch) mit eingerechnet. Und die Kosten lägen am Ende mindestens so hoch wie die einer Autobahn, werde da, so Reese, von den Gegnern ebenfalls mit falschen Zahlen operiert.

Was die ins Feld geführte Existenzbedrohung für Landwirte angeht, werde es “wirtschaftliche Veränderungen wohl immer geben”, sagt Peter Meyer, “auch in der Landwirtschaft verändert sich die Struktur weiterhin.”

Vor allem aber: Eine ausgebaute B 4 brächte überhaupt keine Entlastung beispielsweise für die Landesstraße 270. Die würde weiter Richtung Wolfsburg genutzt werden, niemand einen Umweg über die B 4 fahren. “Und das kann für uns Bad Bodenteicher nur bedeuten, unsere alten Überlegungen für eine Ortsumgehung wieder aufzunehmen”, sagt Reese. Schließlich sei bei einer Verkehrszählung im Ort ein Aufkommen von 9400 Fahrzeugen pro Tag festgestellt worden, eine Steigerung um weitere 15 Prozent prognostiziert worden, “das kann der Ort nicht mehr verkraften”, sagt Kölling.

Fazit der Runde: Die Planung für eine A 39 ist im Sinne der Region zu fördern, wobei “wir im Einzelfall durchaus auf der Seite der Betroffenen stehen werden, die dort beispielsweise Land hergeben sollen”.

Nachdem vom Straßenbauamt Lüneburg in einer weiteren Studie die Untersuchungsräume für eine zu bauende Autobahn A 39 jetzt festgelegt wurden, darunter auch drei Suchräume für eine angedachte Querspange (zwischen Bad Bodenteich und Langenbrügge, zwischen Stöcken und Wittingen, zwischen Wittingen und Hankensbüttel), müsse es nun darum gehen, mit den südlichen Nachbarn (Wittingen) zu einer gemeinsamen Aussage zu kommen.

Zusammen mit der Samtgemeinde Wrestedt soll zudem eine gemeinsame Informationsveranstaltung für die Bürger der Samtgemeinden Bodenteich und Wrestedt vorbereitet werden, auf der Vertreter des Straßenbauamtes und weitere Experten über den aktuellen Stand informieren, waren sich die Bürgermeister einig.

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