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Quelle: Landeszeitung, 19. Mai 2004 So nah und doch so fernGemeinsame A 39-Resolution scheitertstb Reppenstedt. Das Ringen um eine Resolution war zäh. Zwei Stunden dauerte die Debatte des Samtgemeinderates Gellersen bei der jüngsten Sitzung. Am Ende konnten sich die Kommunalpolitiker auf keine gemeinsame Position zum geplanten Bau der A 39 über das Gebiet der Samtgemeinde Gellersen einigen – dabei lagen die Argumente der CDU/FDP-Mehrheitsgruppe und der Opposition von SPD/Wählergemeinschaft sowie der Grünen nahe beieinander. Die Mehrheitsgruppe votierte für ihre Fassung der Resolution. Diese lautet: “Der Samtgemeinderat hält den Bau der A 39 auf dem Gebiet der Samtgemeinde Gellersen für nicht realisierbar. Der Rat arbeitet an der Ermittlung der risikoärmsten Linienführung mit.” SPD und Wählergemeinschaft sowie die Grünen sprachen sich hingegen für das eigene Papier aus. Darin heißt es: “Der Rat der Samtgemeinde lehnt den Bau einer Autobahn (A 39) auf seinem Gebiet ab.” Manfred Illmer (FDP) stellte den Entwurf vor. Wichtigste Elemente sind: Die Linienfestlegung hat im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung primär die Belange der Menschen zu berücksichtigen. Die Trasse ist soweit wie möglich von Bau- und Wohngebieten entfernt zu führen. Ortsteile dürfen von einer Autobahn nicht abgeschnitten werden. Im Bereich der Samtgemeinde wäre dieses mehrfach der Fall: Heiligenthal wird von Südergellersen abgetrennt, Dachtmissen von Reppenstedt. “Durch unsere klare, begründete und detaillierte Stellungnahme wird deutlich, dass der Bau der A 39 auf Samtgemeindegebiet unmöglich ist”, erklärte Illmer. Fast gleich sind die Argumente der Opposition gegen die A 39. Auch sie unterstreicht die Trennung von Ortslagen, geht ebenso auf das besonders schützenswerte Flora-Fauna-Habitat-Gebiet “Ilmenau mit Nebenbächen” ein, betont das Entwicklungsziel “Erholung” im Regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises. Dr. Hinrich Bonin (SPD) erklärte, er lehne die A 39 komplett ab. Er versuche, die SPD-Bundestagsabgeordnete Hedi Wegener in ihrer Meinung Pro-A 39 umzudrehen. “Ich habe Dissens mit den Bundestags- und Landtagsabgeordneten meiner Partei. Diese klare Position vermisse ich bei CDU und FDP”, kritisierte er. Renate Backhaus (Grüne) warf der Mehrheitsgruppe vor: “Sie verstecken sich hinter den Entscheidungen von Bundes-, Land- und Kreistag.” Peter Bergen (CDU) entgegnete: “Wenn wir die A 39 ablehnen, hat das keine Wirkung. Wir suchen nach Argumenten, um sie unmöglich zu machen.” Aber die Aussage “Keine A 39” werde es von der Gruppe nicht geben, so Bergen. Alfred Drewes (CDU) meinte: “Beim Raumordnungsverfahren zählen Bekenntnisse nichts, aber Argumente.” Wer ernst genommen werden wolle, könne sich nicht fest positionieren, weil der Vorwurf der Befangenheit erhoben werde, sagte er. |