Quelle: Allgemeine Zeitung Uelzen, 17. Mai 2004

“A 39 darf hier nicht her”

Mit Protestsongs und Treckern gegen Autobahnbai demonstriert

btl Uelzen. “Die A39 darf hier nicht her, dann ziehen die Leute weg, das wäre nicht fair …”, so sehen es Marlena (10), Regine (11), Annika (10) und Lena (11). Beim Auftakt der Großdemonstration gegen die A39 auf dem Hammersteinplatz in Uelzen sangen die vier Mädchen aus Nassennotdorf und Emmendorf ein Protestlied, das sie sich einen Tag zuvor ausgedacht hatten.

Den Refrain “Alle fahren zur Demo hin, das macht doch sicher Sinn”, befolgten etwa 80 Menschen aus dem gesamten Landkreis. Bad Bodenteich, Bienenbüttel, Altenmedingen, Wrestedt und viele andere Ortsnamen hatten die Mitglieder der jeweiligen Bürgerinitiativen auf Schilder geschrieben, die mit dem Logo der Autobahngegner verziert waren.

Doch nicht nur Aktivisten der Bürgerinitiativen waren vor Ort, sondern auch Menschen, die sich einfach um die Natur sorgen und etwas tun wollen gegen den Autobahnbau. “Jeder einzelne zählt”, meinte Wilhelm Bremer aus Allenbostel, der sich seit Jahrzehnten für den Umwelt- und Naturschutz in seinem Wohnbereich einsetzt. “Wir lassen zuviel Zerstörung an Gottes Schöpfung zu.”

In ihrer Ansprache auf dem Hammersteinplatz stellte Juliane Haufe vom Dachverband der Bürgerinitiativen gegen die A39 noch einmal die Position der Bürgerinitiativen dar, die sich von der Autobahn keine Anbindung ihres ländlichen Raumes versprechen. “Noch schneller an Uelzen vorbei”, lautete ein entsprechendes Plakat. “Durch die Autobahn werden unsere Handwerksbetriebe den Druck aus den Metropolen und aus Osteuropa noch stärker zu süren bekommen”, befürchtet Juliane Haufe.

Doch auch die Alternativen wurden noch einmal aufgezeigt: Die Autobahngegner wünschen sich statt der Autobahntrasse den Ausbau der B4 mit entsprechenden Ortsumfahrungen. Besonders die Landwirte seien von dem Autobahnbau betroffen, sie haben Angst vor Enteignungen und sehen ihre Existenz bedroht. Deshalb hatten sich auch zahlreiche Landwirte mit ihren Treckern in den Demonstrationszug eingereiht, der nach der Kundgebung in Richtung Lüneburg rollte. Dort nahmen die Uelzener an der Großdemonstration vor dem Rathaus teil.

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