Quelle: Allgemeine Zeitung Uelzen, 15. Mai 2004

Auf das falsche Pferd gesetzt?

Kirchweyhe bekommt Umgehung - andere Orte gehen leer aus

“Nur alles in Frage gestellt - Streit um Ortsumgehung Kirchweyhe” (AZ vom 7. Mai) — Jürgen Meyer-König, Lüneburg (per E-Mail):

Der Uelzener MdB Peter Struck setzt sich seit Jahren für den Bau der A 39 ein und nimmt für deren Einstufung in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes billigend in Kauf, dass die "B-4-Orte" Melbeck, Jelmstorf, Tätensen und Kirchweyhe keine verkehrliche Entlastung erfahren.

Diese wurden aus dem BVWP gestrichen, um die Mittel für die A39 "zusammenzukratzen". Und plötzlich bekommt Kirchweyhe durch den besonderen Einsatz von Peter Struck doch noch eine Ortsumgehung, die ab 2007 gebaut werden kann. Wie schmerzlich muss die Information in Jelmstorf, Tätensen und vor allem in Melbeck aufgenommen worden sein.

Hat Melbeck auf das "falsche Pferd" gesetzt, indem man sich dort für die A 39 eingesetzt hat, mit deren Baubeginn nicht vor 2015 zu rechnen ist? Oder gehen Tätensen, Jelmstorf und Melbeck sogar völlig leer aus, wenn die A 39 dem drohenden Finanzkollaps des Bundes zum Opfer fällt?

Für Kirchweyhe wurde die Ortsumgehung Scheeßel gestrichen, die bereits seit 1993 vordringlich war, mit 160.000 Euro auf Kosten der Gemeinde vorgeplant war und wo der Planfeststellungsbeschluss bereits vorlag. Ein Beispiel, wie groß der politische Einfluss auch in späteren Planungsschritten noch ist. Gleiches gilt auch für die A 39.

Die Verkehrsinfrastruktur ist - wie momentan gerne geäußert - ein Schlüsselfeld für Deutschlands Zukunft. In der Verkehrspolitik herrscht aber Konzeptlosigkeit, Parteienproporz und Aktionismus. Ein Symptom für Deutschland?

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