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Quelle: Volksstimme, 13. Mai 2004 Lesestoff Verlängerung A14: 20 Aktenordner liegen ausRaumordnungsverfahren angelaufen: Vier Wochen für Einsichtnahme und StellungnahmenVon Holger Thiel Stendal/Wittenberge. Gewichtige Posten haben in den zurückliegenden Tagen 158 Kommunen, Kreise, Verbände und diverse öffentliche Institutionen erhalten: die 20 Aktenordner mit den Unterlagen zum Raumordnungsverfahren zur A14. In den meisten Kommunen und Kreisen liegen die Unterlagen seit dieser Woche öffentlich aus. Bis etwa zum 10. Juni können Bürger Einsicht nehmen und auch ihre Stellungnahmen verfassen. Jetzt wird es ernst mit der Nordverlängerung der A14. Anhand von detaillierten Karten können die Einwohner der östlichen Altmark studieren, wo nun genau die Autobahn verlaufen soll. Sie werden dabei auf interessante Details stoßen. Zum Beispiel werden die Gemeinden Lüderitz und Geestgottberg zerschnitten. Andere Orte liegen nur einige hundert Meter, höchstens zwei Kilometer, von der geplanten Autobahn entfernt. Dolle, Hüselitz, Buchholz, Döbbelin, Schernikau, Rochau, Polkern, Krevese, Drüsedau und Vielbaum beispielsweise. Offen ist, ob alle der bislang geplanten Autobahnabfahrten - allein im Landkreis Stendal neun - wirklich gebaut werden. Sie sind die Maximalvariante des Magdeburger Verkehrsministeriums. Am Ende wird aber das Bundesverkehrsministerium den Rotstift ansetzen. Immerhin: Zwei Tank- und Raststellen soll es im Landkreis Stendal geben, eine nahe Dolle und eine bei Rochau. Alles in allem: Für Konfliktstoff rund um die geplante Autobahn scheint gesorgt zu sein. Die ersten Bürgerinitiativen in der östlichen Altmark sind gegründet (wir berichteten). Am Dienstag informierten sie sich in Wittenberge über Möglichkeiten, auf die Planung der A14 Einfluss zu nehmen oder wie gar der Klageweg zu beschreiten ist. Mit von der Partie Vertreter der Salzwedeler Bürgerinitiative (BI) "Pro Ratio". Sie warb noch einmal für ein Autobahn-Kreuz mitten in der Altmark. Doch sowohl beim Raumordnungs- als auch beim Planfeststellungsverfahren wird wohl die BI außen vor bleiben. Die westliche Altmark ist vom Autobahnbau nicht berührt. Deswegen liegen in Salzwedel die Autobahnpläne auch nicht öffentlich aus. Der im Planungsrecht erfahrene Berliner Rechtsanwalt Karsten Sommer hatte in Wittenberge folgende Tipps parat. Entscheidend für eine mögliche Klage gegen die A14 ist das noch ausstehende Planfeststellungsverfahren. Nur diejenigen, die bei diesem Verfahren Stellungnahmen abgeben, haben auch die Möglichkeit, gegen den Planfeststellungsbeschluss Klage einzureichen. Das begonnene Raumordnungsverfahren sollte deswegen aber nicht außer Acht gelassen werden, so Sommer. "Jetzt kann man Munition für weitere Schritte sammeln." Das wird wohl auch die Naturschutzorganisation BUND machen. Sie studiert derzeit den Aktenberg. "Eigentlich bräuchte man dafür acht statt vier Wochen", seufzte gestern BUND-Landesgeschäftsführer Oliver Wendenkampf. |