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Quelle: Volksstimme, 29. April 2004 Autobahn-Hosenträger droht zu zerreißen22 niedersächsische Bürgerinitiativen laufen Sturm gegen geplante Verlängerung der A 39Von Holger Thiel Hannover/Salzwedel. "Wir sind absolut sicher, das Projekt A39 von Wolfsburg nach Lüneburg noch kippen zu können." Kämpferisch gab sich gestern Eckehard Niemann, Sprecher eines Dachverbandes von 22 niedersächsischen Bürgerinitiativen, während einer Pressekonferenz in Hannover. Das von vier Landesregierungen unterstützte Konzept eines Autobahn-Hosenträgers würde bei einem Erfolg der niedersächsischen Bürgerinitiativen zerreißen. Zu diesem Hosenträger gehört neben der A39 auch die Nordverlängerung der A14 von Magdeburg nach Schwerin und die geplante Querverbindung, eine B190 neu quer durch die Altmark. Der größte autobahnfreie Raum Deutschlands soll so erschlossen werden. Die Gesamtkosten werden auf rund 1,3 Milliarden Euro geschätzt. Schlag auf Schlag sind in den zurückliegenden Monaten in Niedersachsen zwischen Gifhorn und Lüneburg 22 Bürgerinitiativen entstanden. Rund 2000 aktive Mitstreiter zählen sie, schätzt Niemann. Sie alle vereint die Ablehnung der A39. Sie würde wertvolle Landschaften wie die Lüneburger Heide zerschneiden und die touristische Entwicklung behindern. Obendrein sei die rund 100 Kilometer lange und 437 Millionen Euro teure Autobahn angesichts leerer Bundeskassen nicht finanzierbar. Stattdessen fordern die Bürgerinitiativen den Ausbau vorhandener Bundesstraßen wie die B4, auf der bereits jetzt täglich bis zu 15000 Fahrzeuge rollen. Die niedersächsischen Autobahngegner begründen ihre Haltung mit den Verkehrsuntersuchungen von 1995 und 2002. In beiden sei eine Fortführung der A39 in Richtung Lüneburg als nicht notwendig beschrieben worden, so Niemann. Doch bei der öffentlichen Diskussion werde dies verschwiegen, kritisierte er. Niemann kündigte gestern an, auch den Kontakt zu den Autobahngegnern in Sachsen-Anhalt zu suchen. Zwölf Bürgerinitiativen gibt es bereits zwischen Magdeburg und Geestgottberg im Norden des Landkreises Stendal. Erst vor knapp zwei Wochen hatten die Bürgerinitiativen in Magdeburg ihr weiteres Vorgehen abgestimmt. Auch sie wollen statt einer Autobahn eine ausgebaute Bundesstraße, konkret gesagt eine ertüchtigte B189. |