Unveröffentlichter Leserbrief von Barbara Witte, Betzendorf, an die LZ, März 2004

Besuch von Dr. Struck

Betr.: LZ, 6./7. März 2004: Dr. Struck in Lüneburg

Zu Wahlzeiten genießen unsere Politiker ihre Prominenz, lieben es sich uns Bürgern zu zeigen, ein Bad in der Menge zu nehmen. Zu anderen Zeiten sind sie merkwürdig berührungsscheu, haben Wichtigeres zu tun.

So auch gestern. Da hatte Herr Dr. Struck “keine Zeit” zu einer Pressekonferenz. Er hatte auch keine Zeit, uns Bürgern – oder der Presse – mitzuteilen, dass er sein Essen mit Freunden vom Kronen-Brauhaus ins Seminaris verlegt hatte. Wer am Kronen-Brauhaus auf ihn wartete, blieb zwar nicht im Regen, aber doch in der Kälte stehen …

Vor der Industrie- und Handelskammer stand Herrn Dr. Struck wohl ebenfalls zu viel Volk herum. Auch wenn dieses ein ordentliches Spalier bildete und ihm lediglich in durchaus freundlicher Manier eine Petition zum geplanten Bau der A39 überreichen wollte, zog er die Benutzung eines Hintereingangs vor. Zusätzlich wurde er noch gründlich durch Polizei abgeschirmt.

Einmal mehr drängt sich mir hier der Verdacht auf, dass mit Hilfe enger Terminplanung, spät und spärlich herausgegebener Informationen, gezielter Falschinformation, Verweigerung von Gesprächen eine politische Absicht durchgezogen werden soll, obwohl klar ist, dass sie von der Mehrheit der Bürger nicht getragen wird. Oder sollte alles Management das Werk der IHK gewesen sein, und der arme naive Herr Dr. Struck wusste gar nicht, wie ihm geschah?

Armes Deutschland, arme Demokratie!