Quelle: Braunschweiger Zeitung, 19. März 2004

A 39: Westvariante nicht vom Tisch

Straßenbauamt Lüneburg unterrichtete Gifhorns Kommunen über neusten Planungsstand

Von Reiner Silberstein

Gifhorn. Dass die künftige Autobahn 39 nahe an Brome entlang führen wird, ist – entgegen wiederkehrender Stimmen – noch nicht in trockenen Tüchern. Gestern berichtete das Straßenbauamt Lüneburg im Schloss Gifhorn über den aktuellen Planungsstand.

“Wie sie sehen, gibt es keine weißen Bereiche im Landkreis Gifhorn mehr”, sagte Jörg Borkenhagen vom beauftragten Planungsbüro, als er auf einer Leinwand die Gebiete visualisierte, die eine Autobahn überhaupt nicht oder nur eingeschränkt führen darf. “Es gibt keine konfliktarmen Bereiche, nur konfliktärmere.” Zu eng sei das Geflecht von Siedlungen, Vogel-, Natur-, Wasserschutz- und FFH-Gebieten (Flora-Fauna-Habitat), Kulturdenkmälern, Biotopen, historischen Waldflächen, Mooren, Erholungsgebieten und ähnlichen Flächen. Die zurzeit vom Land Niedersachsen nachzumeldenden FFH-Gebiete würden später auch noch zu berücksichtigen sein.

Erweitert werden sollten die Suchräume für die Umweltverträglichkeitsstudien im Bereich Vogelmoor zwischen Ehra-Lessien, Grußendorf und Barwedel, und zwar in östlicher Richtung. “Das ist ein Hinweis darauf, dass der westliche Autobahn-Korridor noch lange nicht vom Tisch ist”, sagte gestern auf Anfrage Lothar Leusmann, Samtgemeindebürgermeister des Boldecker Landes.

Er vermutet, dass die Variante entlang der Fahrzeugversuchsstrecke bei Ehra doch wieder intensiver untersucht werden soll. Sonst räumten die Kommunalpolitiker aus dem ganzen Kreis dem alternativen Korridor nahe der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt die meisten Chancen ein. “Die Westvariante zerschneidet jedoch die Naherholungsgebiete bei Boitzenhagen und das Jagdgebiet der Boldecker”, erklärt Leusmann. Nur der dritte Korridor werde nicht ernsthaft in Betracht gezogen: Entlang der Bundesstraße 4.

Kreis-Baudirektor Ekkehard Buthe betonte gegenüber dem Besuch aus Lüneburg noch einmal den Wunsch, den Suchraum für die so genannte Querspange zwischen A 39 und der geplanten Erweiterung der A 14 in Sachsen-Anhalt ebenfalls zu erweitern. Idealvorstellung des Landkreises ist ein Verbindung in Höhe von Wittingen.

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