Quelle: Allgemeine Zeitung Uelzen, 29. Februar 2004

Und was wird eigentlich morgen sein?

Vom möglichen Bau der Autobahn 39 und dem Umgang mit dem Erdöl / Ein Blick in die Zukunft

“Grobplanung für die Autobahn 39 vorgestellt - Protest von Autobahngegnern” (AZ vom 21./22.  Februar) — Eckart Warnecke, Uelzen:

Liebe Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft, was reitet euch eigentlich? Ihr wisst doch ganz genau, dass die Vorkommen an Erdöl begrenzt sind und nur noch wenige Jahrzehnte (wenn überhaupt) reichen werden. Ich kapiere einfach nicht den Unverstand, mit welcher Vehemenz hier für ein Autobahnprojekt geworben wird.

Noch mal Geld ausgeben für ein Projekt, das erneut riesige Mengen an Wäldern und Naturflächen zerstören wird, was uns Krach und Abgase bescheren wird. Heute transportieren zwar Unmengen an Lkws Unmengen an Waren und Nahrungsmitteln durch die Weltgeschichte, steril eingehüllt in Verpackungen, unendlich lange haltbar gemacht durch Tricks und Konservierungsstoffe. Aber morgen – was wird morgen sein?

Vielleicht werden ja neuentwickelte Autos mit Wasserstoff angetrieben werden – vielleicht. Aber den kostbaren Rohstoff Erdöl, den werden wir dann in die Luft verpulvert haben. Und spätere Generationen werden uns fragen, wie konntet ihr bloß so einen Blödsinn machen? Man wird sich mit Wehmut daran erinnern, wie man früher Plastik in jeglicher Form herstellen konnte, wie man Kunstfasern für Kleidungsstücke aus Erdöl erzeugte, dass man Teer in Hülle und Fülle zu besitzen schien und und und. Tja, und nun.

Nun, im Jahre 2030 sitzt man ohne Heizstoff in einer kalten Wohnung, denn Gas ist dann nämlich auch erschöpft, beginnt Bäume wieder mit einer Handsäge zu fällen, da ja Erdöl sinnlos verschwendet wurde, und wenn man einen neuen Pullover braucht, so beginnt man, einige seiner Schafe zu scheren, denn auch die Zeit für Kunstfasern wird dann nämlich vorbei sein.

Wie gesagt, es geht mir gar nicht um die alte Leier, dass uns der Autoverkehr Umweltverschmutzung und Krankheiten bringt, sondern dass wir auf diesem Wege auf unglaubliche kurzsichtigem Wege in eine Zukunft gelangen, die uns wieder zurückführen wird in Produktionsmethoden des Mittelalters. Wohl dem, der dann darauf vorbereitet ist.

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