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Quelle: Pressedienst der Stadt Lüneburg, 20. Februar 2004 A39: Antragskonferenz wirft viele neue Fragen auf(sp) Lüneburg. Noch ein konfliktarmer Korridor für die geplante Autobahn A39 sollte weiter nordöstlich von Lüneburg gesucht, aber auch der Ausbau der Ostumgehung und der Bundesstraße 4 genauer ins Visier genommen werden. So hießen wesentliche Forderungen bei der Antragskonferenz zur geplanten Autobahn am Freitag in der Stadthalle Uelzen. Der Konferenzort war für die rund 250 Vertreter von Gemeinden, Städten, Kammern, Verbänden und anderen Trägern öffentlicher Belange nicht schwer zu finden. Immer der Nase nach. Denn Autobahn-Gegner hatten vor der Stadthalle ein Fuder Mist abgeladen, rund 150 Demonstranten protestierten gegen die A39-Pläne. Für die Planer, das fasste Abteilungsleiter Harald Ottmar von der Bezirksregierung zusammen, gibt es nach der Konferenz viele Aufträge für zusätzliche Studien: Das geht vom Schutz des Muffelwilds, der Bachforelle, des Schwarzstorchs, des Kranichs oder der seltenen Heidebachperlenmuschel über die Bedeutung historischer Forsten bis hin zu den Bauplanungen der vielen Kommunen entlang der Strecke. Im Zuge des Verfahren soll künftig auch ,,nachrichtlich“ der Stand der Dinge bei der Planung für die parallel verlaufende A14 benannt werden. Für die Stadt Lüneburg trug Fachbereichsleiterin Andrea Schröder-Ehlers weitere Forderungen in Uelzen vor: Bei der Planung soll ganz besonders auf die Auswirkungen für die Menschen, auf die Nähe zur Wohnbebauung und Lärm geachtet werden, die Entwicklungsplanung der Stadt müsse gesehen werden, besonders am Ebensberg. Beim Punkt Naturschutz müsse namentlich der Raderbach in der Untersuchung berücksichtig werden. Die schwierige Trassenplanung am Elbe-Seitenkanal und der Steinhöhe müsse überdacht, der Ausbau der B4 geprüft werden. Und auch die prognostizierte Verkehrsmenge scheint der Stadt zu niedrig angesetzt. Zudem wurden auch Stellungnahmen der Initiative ,,Lebensberg“ an die Planer übergeben. Zum Thema Ausbau der Ostumgehung verwies der Leiter des Straßenbauamtes, Friedhelm Fischer, im Bereich Lüneburg auf den Querschnitt der Straße, die engen Radien, die Nähe der Wohnbebauung, das alles mache einen Ausbau nach den Standards einer Autobahn bedenklich. Zudem sei die Ostumgehung schon heute ein Unfallschwerpunkt, bis zu 35.000 Fahrzeuge fahren dort am Tag, prognostiziert wären beim Ausbau 50.000. Da gibt es viele Fragezeichen wie auch bei der B4. Angesichts der Komplexität der Planung, so Abteilungsleiter Ottmar, wurde schon Freitag abgemacht, dass das Straßenbauamt mit den betroffenen Kreisen weitere Erörterungstermine vereinbart. Straßenbauamtsleiter Friedhelm Fischer: ,,Die vorgelegte Karte ist für viele schwer zu ergründen, da müssen wir nacharbeiten. Denn wir brauchen alle relevanten Informationen, sonst können wir keine Varianten für eine gerichtsfeste Planung erarbeiten.“ Deswegen würden auch weitere Termine zum Beispiel mit den Naturschutzbehörden angestrebt. ,,Das Verfahren bleibt spannend“, so Fischer. Wenn allerdings alle Interessen am Ende hundertprozentig gewichtet würden, dann gäbe es keine realisierbare Trasse für die 100 Kilometer lange A39. Und Abteilungsleiter Ottmar nahm noch eine wesentliche Erkenntnis aus der Konferenz mit: ,,Keiner will die Straße vor seiner Haustür haben.“ |