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Quelle: Allgemeine Zeitung Uelzen, 29. Oktober 2003 Engpass B 4 muss wegAutobahn-Gegner und -Befürworter stritten in Uelzenkr Uelzen. Und es gibt sie doch, die seltene Einigkeit zwischen Gegnern und Befürwortern der geplanten Uelzen-Autobahn A 39. Bei der Podiumsdiskussion jedenfalls, zu der rund 120 Zuhörer der Einladung der “Initiative Bürger gegen Autobahn” in die Stadthalle gefolgt waren, verständigten sich beide Seiten auf zumindest einen gemeinsamen Nenner, den der Grünen-Landtagsabgeordnete Enno Hagenah in sechs Worte, einen Buchstaben und eine Zahl fasste: “Niemand will den Engpass B 4 so beibehalten”. Welche Maßnahme allerdings die Richtige ist, darin schieden sich die Geister erheblich. Sowohl im Publikum als auch auf dem Podium. Zwischen Extrem-Sätzen wie “den ersten Autobahn-Benutzer erschieße ich” und “wenn schon mein Sohn pendeln muss, um seinen Arbeitsplatz zu erreichen, will ich zumindest für meine vier Enkel eine Zukunft in Uelzen sichern” fanden sich eine ganze Reihe Zwischentöne. BUND-Vertreter Wieland Utermark etwa plädierte für einen Ausbau der B 4: “Wir müssen die Wege nutzen, die wir haben, und sie ausbauen, beispielsweise mit Ortsumgehungen. Das kostet weniger und kann schneller umgesetzt werden.” Anders dagegen Tourismuskreis-Vorsitzender Claus-Dieter Reese: “Herr Utermark plädiert seit 15 Jahren schon für besser ausgebaute Bundesstraßen. Aber nichts ist passiert.” Nein, die Chance auf eine Autobahn müsse jetzt ergriffen werden. Zumal sie von Bund und Land auf den Weg gebracht sei. Oberkreisdirektor Dr. Theodor Elster hob besonders die Wirtschaftskraft hervor, die von solchen Fernstraßen beflügelt werde. “Unsere Betriebe haben einen Kostennachteil, weil die Waren auf Landstraßen länger unterwegs sind. Diesen Nachteil müssen wir ausgleichen, um ein Abwandern zu verhindern. Andererseits steht bei ansiedlungswilligen Unternehmen immer eine Frage ganz oben im Katalog der Anforderungen: Wie weit ist der nächste Autobahn-Anschluss entfernt?” Die Stärkung der Wirtschaft durch Autobahnbau – ein Reizthema, das auch Fernstraßengegner nicht leichtfertig entkräften. Der von der Bürgerinitiative eingeladene Verkehrs- und Umweltexperte Andreas Rau (TU Dresden) betonte, dass ein Zusammenhang von wirtschaftlichem Aufschwung und Autobahnbau nicht nachgewiesen werden könne. Aber auch nicht auszuschließen sei. “Das ist von Region zu Region unterschiedlich.” Neben B4-Ausbau und Autobahn brachte indes der Vertreter des Verkehrsclubs Deutschland, Michael Frömming, eine dritte Variante ins Spiel. Die der Bahn. “Da muss endlich ein Umdenken stattfinden. Wir brauchen einen Ausbau des Schienennetzes.” Dass freilich auch diese Variante nicht ohne Tücken ist, erlebte er noch am selben Abend. Leider müsse er die Veranstaltung vorzeitig verlassen, teilte er der Zuhörerschaft mit. Der letzte Zug gehe in wenigen Minuten... |