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Quelle: Allgemeine Zeitung Uelzen, 23. August 2003 B 4-Orte brauchen die UmgehungenAutobahn fehl am Platze“Seltene Ruhe in Melbeck” (AZ vom 16. August) — Anja Plagge, Himbergen: Die Bürgerinitiativen gegen den Bau der A 39 aus dem Raum Lüneburg und Uelzen freuen sich, wenn die Berichterstattungen über die Aktivitäten aufmerksam verfolgt werden. Es scheint so, dass es immer noch einige Bürger gibt, die nicht erkannt haben, warum sich inzwischen sehr viele Menschen aus allen Bereichen gegen den Bau der A 39 aussprechen. Eine Verkehrsentlastung der B 4 wird versprochen. Es ist jedoch ein großer Trugschluss, wenn Anwohner der B 4 glauben, dass der Bau einer Autobahn endlich Ruhe vor dem unerträglichen Verkehrslärm samt aller Folgen bringen würde. Eine weitere Trasse parallel zur B 4 bewirkt, dass noch mehr Verkehr auf unseren Straßen rollen wird. Es wird eine Verlagerung von der A 7 und anderen überlasteten Strecken in unseren Raum stattfinden. Die B 4 wird geradezu eine Einladung an den LKW-Verkehr sein, denn die Einführung der Maut steht noch bevor. Bis Verkehr auf der geplanten A 39 rollen könnte, vergehen realistisch gerechnet (nicht mit Chr. Wulffs Formel) noch rund 15 Jahre. Ruhe tritt bis dahin und auch danach nicht ein, wenn die Orte keine Umgehung erhalten. Eine intelligente Verkehrspolitik ist gefordert. Leider halten unsere Politiker immer noch an alten Formen der Verkehrsführung fest, die sich in den 70er Jahren bewährt haben. Immer mehr Lkw sollen immer mehr Güter transportieren, dazu brauchen sie immer mehr Straßen. In der Bundesrepublik werden bereits – pro Tag – Flächen von ca. 160 Fußballfeldern für Siedlungen und Verkehrsflächen bebaut. Dieser Wahnsinn kann so nicht weitergehen. Wenn Ausbau von Verkehrswegen, dann nur über die bessere Ausnutzung vorhandener Strecken und die Verlagerung der Gütertransporte auf Schiff und Bahn, beides ist zwischen Lüneburg und Wolfsburg möglich – dazu ist zukunftsorientiertes Denken und Mut zur Umsetzung notwendig. |