Quelle: Allgemeine Zeitung Uelzen, 3. Juli 2003

Wettlauf um Kirchweyhe

Ortsumgehung: Doch noch Gelder aus Berlin?

kr Kirchweyhe. Um die geplante Ortsumgehung Kirchweyhe hat ein Wettrennen auf höchsten politischen Ebenen eingesetzt. Während das Land Niedersachsen sich bereits für den Bau der knapp drei Kilometer langen Strecke ausgesprochen hat, fehlen bislang klare Signale aus Berlin. Und das, obwohl das Bundeskabinett bereits in der kommenden Woche über den nächsten Bundesverkehrswegeplan, das Auftragsbuch für den Fernstraßenbau also, entscheiden will. Gut möglich freilich, dass sich doch noch eine Lösung anbahnt. Dr. Peter Struck (SPD) kündigte jedenfalls ein Gespräch mit maßgeblichen Stellen des Bundesverkehrsministeriums an. Im Verbund mit Uelzens Bürgermeister Otto Lukat und dem Landtagsabgeordneten Jacques Voigtländer (beide SPD) soll das vergleichsweise günstige Projekt, das mit rund viereinhalb Millionen Euro kalkuliert ist, doch noch auf den Weg gebracht werden. Keine leichte Aufgabe: Bisher waren alle geplanten Ortsumgehungen an der B 4 wegen des bevorstehenden Baus der Autobahn A 39 auf Eis gelegt worden. “Kein Bedarf” hieß es dazu im ersten Entwurf des kommenden Bundesverkehrswegeplanes, in dem alle Fernstraßenprojekte für die Zeit von 2004 bis etwa 2015 zusammengefasst worden sind.

Die Hoffnung der lärmgeplagten Kirchweyher Anlieger nährt Struck besonders mit dem Hinweis darauf, dass die Strecke als Abschluss der Uelzener Ortsumgehung zu betrachten sei. Ferner verweist er auf eine Mitteilung des Bundesverkehrsministers aus dem Februar 2002, in der ausdrücklich der Bau in Aussicht gestellt worden war.

Selbst wenn die Bundesregierung die Ampeln für die Ortsumgehung Kirchweyhe auf Grün schaltet – zum Schnellschuss dürfte sich das Straßenprojekt nicht entwickeln. “Wir brauchen mindestens noch ein Jahr, bis die Planung abgeschlossen ist”, erklärte der Chef der zuständigen Straßenbauverwaltung Lüneburg, Friedhelm Fischer, auf AZ-Nachfrage. Wobei diese zwölf Monate die untere Grenze darstellen dürften: Niedersachsens Verkehrsministerium hat einen Planungsstopp für sämtliche B4-Ortsumgehungen verhängt. “Ob und wann die Planung wieder freigegeben wird, ist noch völlig offen”, sagt Fischer.

Währenddessen laufen die Vorbereitungen für den Ausbau der Ortsdurchfahrt Kirchweyhe unvermindert weiter. Im nächsten Jahr soll der Fahrbahnbelag erneuert werden, es sollen Radwege und Parkbuchten entstehen. Auf rund 450 000 Euro sind diese Maßnahmen kalkuliert.

Verschenktes Geld, das für die Ortsumgehung sinnvoller ausgegeben wäre? “Nein”, sagt Fischer. Selbst wenn die Trasse entstehe, sei die Ortsdurchfahrt zu sanieren. Denn die Strecke würde dann in den Rang einer Gemeindestraße abgestuft und fiele der Stadt Uelzen zu. “Und die Kommune hat ein Recht darauf, die Straße in vernünftigem Zustand übergeben zu bekommen.”

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