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Stefan Kuhlmann http://www.ebensberg.de
An
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Wulff, Sie haben sich in einem Presse-Interview zum Bau der A 39 wie folgt geäußert: “Es gibt somit noch keine Präferenztrasse, sondern lediglich Korridorbetrachtungen, so dass tatsächliche Betroffenheiten noch nicht feststehen. Bei allem Verständnis für diese Sorgen fehlt der diesbezüglichen Diskussion noch die fachliche Basis. Autobahnen entlasten die Bürger, Natur und Umwelt nachhaltig von Lärm und Abgaben durch Staus in den Ortsdurchfahrten.” Durch diese Aussage fühlen sich meine Vereinsmitglieder und ich von Ihnen persönlich ungerechtfertigt angegriffen. Seit einem Jahr beschäftigen wir uns inhaltlich mit diesem Thema und haben immer versucht, auf sachlicher Ebene zu kommunizieren. Wir haben uns tiefgehend mit der Materie beschäftigt mit dem Ziel, eine vernünftige, nachvollziehbare und nachhaltige Lösung für die Verkehrsprobleme zu erreichen. Wenn Sie nun sagen, es fehle die fachliche Basis, so ist das auf uns gemünzt sicherlich eine Beleidigung. Vielmehr ist es so, dass die zahlreichen fachlichen Argumente, die wir gegen die A 39 in Feld geführt haben, allesamt ungehört und unkommentiert blieben, und wir bewusst von den politischen Vertretern geschnitten wurden. Gekontert wurde von den Befürwortern immer nur mit der Aussage, die Autobahn schafft Arbeitsplätze, ist gut für die Region, und wer das nicht wahr haben will, ist unserer nicht wert. Umso enttäuschter bin ich nun, dass Sie auf diesen Zug aufgesprungen sind. Ich hätte mir gewünscht, dass es zu einer unvoreingenommenen Diskussion über den Sinn und Zweck der A 39 käme. Was wir hier vor Ort zur Zeit erleben, ist eine beispiellose Kampagne einer Koalition von SPD, CDU, IHK und Landeszeitung, die Diskussion über die Fakten zu diesem Autobahnprojekt unter den Tisch zu kehren und die öffentliche Meinung massiv zu beeinflussen. Wir sind an einen Punkt angekommen, wo Menschen aus dem besten bürgerlichen Mittelstand – Ärzte, Juristen, Ingenieure, Physiker, Kaufleute – dazu gebracht werden, sich in ihrer Freizeit mit Verkehrsuntersuchungen, Verkehrsmengenkarten u.ä. zu beschäftigen und dabei immer wieder auf die Unkenntnis, Voreingenommenheit und Arroganz der “Mächtigen” stoßen. Wir fühlen uns hier von der Politik verlassen! Der Eindruck, der in weiten Teilen der Bevölkerung hier vermittelt wird, ist der, dass man “von oben” versucht, eine Autobahn gegen die Interessen der Region durchzupeitschen, um Einzelinteressen der Transportgewerbelobby zu befriedigen. Aufgrund unserer Erfahrung mit “unserer Politik" mag ich an ein Kommunikationsproblem als Ursache für die Entrüstung nicht mehr glauben. Unser Verein, die “Aktion Lebensberg e. V.” (benannt nach dem Stadtteil Lüneburg-Ebensberg), hat auf seiner Internet-Seite “www.ebensberg.de” eine Menge an Material zusammengetragen, das ein anderes Licht auf die Thematik wirft, als es Ihnen vielleicht bekannt ist. Ich möchte hiermit anregen, dass wir Sie einmal in Hannover besuchen und mit Ihnen unvoreingenommen die verschiedenen Standpunkte sachlich(!) diskutieren. Vielleicht können Sie uns dabei Ihren Standpunkt ja auch deutlicher machen und so auch für eine Entspannung der Lage sorgen. Über ein solches Treffen, vielleicht auch im Beisein von Herrn Althusmann, würde ich mich sehr freuen. Mit freundlichen Grüßen
Stefan Kuhlmann |